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Abschlussfahrt endet mit Schweinegrippe

Abschlussfahrt endet mit Schweinegrippe

Lichtenberger Realschule bleibt bis Dienstag geschlossen - weitere Fälle in Spandau und Kreuzberg
Martin Klesmann
Die Abschlussfahrt nach San Feliu an der spanischen Costa Brava machte den Zehntklässlern der Lichtenberger Philipp-Reis-Realschule gehörig Spaß. Doch schon kurz vor der Heimreise klagten einige Schüler über Grippesymptome. Nach einer langen Busfahrt kamen die 65 Schüler dann am Sonnabend in Berlin an. "Diese Busfahrt war wegen der körperlichen Nähe leider ideal für die Verbreitung des Virus", sagte Claudia Wein, die Leiterin des Lichtenberger Gesundheitsamtes. Inzwischen wurde bei elf Schülern das Schweinegrippevirus H1N1 nachgewiesen. In weiteren 17 Verdachtsfällen könne man davon ausgehen, dass die Schüler infiziert sind. Am Montagmorgen kamen sogar drei Schüler mit Grippesymptomen in die Schule und wurden von Schulleiter Roland Härtel umgehend nach Hause geschickt.

Die Gesundheitsamtsleiterin beschloss daraufhin, die ganze Schule für eine Woche zu schließen. "Da die ersten Symptome bei einzelnen Schülern am 9. September auftraten, kann es durchaus sein, dass die Krankheit bei einigen Schülern erst eine Woche später ausbricht", sagte Wein. 400 Schüler haben nun frei, die Lehrer sollen von zu Hause arbeiten und bekommen Aufträge per E-Mail. "Die Schließung geschah aus unserer Fürsorgepflicht heraus", sagte Schulleiter Härtel, der weiter vom Schulgebäude aus arbeitet. Die Grippefälle traten in insgesamt drei zehnten Klassen auf, zudem gab es weitere Verdachtsfälle. Der Schulleiter geht davon aus, dass die Realschule am kommenden Dienstag wieder öffnen kann.

"Bei Schulschließungen handelt es, sich immer um eine Einzelfallentscheidung", betonte Marie-Luise Dittmar, Sprecherin der Gesundheitsverwaltung. Insgesamt hat die Gesundheitsverwaltung seit Juni 512 Fälle von Schweinegrippe in Berlin registriert, seit vergangener Woche sind mehr als 40 Fälle hinzugekommen.

Am Kreuzberger Leibniz-Gymnasium wurden die Schüler aller vier achten Klassen nach Hause geschickt - in einer Klasse waren zwei Schüler an Schweinegrippe erkrankt, in fünf weiteren Fällen ist eine Infektion wahrscheinlich, wie Gesundheitsstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke) gestern sagte. Man habe die gesamte Jahrgangsstufe nach Hause geschickt, weil die Schüler zuvor im Sportunterricht Kontakt gehabt hätten und weitere Infektionen nicht ausgeschlossen werden könnten. "Es handelt sich aber um leichte Krankheitsverläufe", sagte Schulleiterin Christina Rösch. Man schicke erkrankten Schülern sogar Aufgaben per E-Mail nach Hause.

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg schickte immerhin eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes in die Schule, um die Lehrer zu beraten. Ein Problem, das von den Lehrern angesprochen wurde, ist das Wangenküsschen, das sich an der Schule selbst Jungen zur Begrüßung geben. Das sollte man vermeiden, wurde den Schülern mitgeteilt.

Die Achtklässler sollen ab Montag wieder die Schule besuchen - wenn sich das Virus nicht weiter ausbreitet. Auch am Hans-Carossa-Gymnasium in Spandauer Ortsteil Kladow gibt es bisher drei Schweinegrippe-Fälle in einer zehnten Klasse. Entspannt hat sich die Lage an der Cecilien-Grundschule in Wilmersdorf. Hier war eine Klasse vor einer Woche geschlossen worden, weil sich Erstklässler mit dem H1N1-Virus infiziert hatten. Nach einwöchiger Quarantäne öffnete die Klasse am Montag wieder.

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In den Ärmel husten

Das Virus: Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt beim H1N1-Virus ein bis sieben Tage. Die Krankheit selbst dauert sieben Tage. Ist der Patient fieberfrei, ist er nicht mehr ansteckend.

Die Vorsicht: Alle Schüler sind zum Händewaschen angehalten, Papierhandtücher und Seifen wurden in Schultoiletten bereitgestellt. Beim Niesen und Husten sollte man den Ärmel gebrauchen.

Die Maßnahmen: Hat ein Schüler Grippesymptome, soll er von Lehrern zunächst in einen separaten Quarantäneraum gebracht werden. Dann werden die Eltern verständigt, damit sie ihr Kind abholen. (Quelle:berlinonline.de)
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