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Bakterien in Schach halten

Bakterien in Schach halten

Bakterien sind gegenüber Antibiotika in den letzten Jahren zunehmend resistent geworden. Mit der Nanotechnologie könnten sich möglicherweise auch die hartnäckigsten Erreger bekämpfen lassen.

Bakterien sind gefährliche Krankheitserreger. Mit der Erfindung der Antibiotika vor 100 Jahren dachte man, Bakterien endgültig besiegt zu haben. Doch inzwischen sind viele Erreger resistent geworden, also unempfindlich gegenüber Antibiotika. Gerade in Krankenhäusern, wo viele Patienten ein geschwächtes Immunsystem haben und deshalb die Infektionsgefahr sehr hoch ist, kann das fatale Folgen haben.

Forscher der Universität Münster versuchen deshalb, die resistenten Bakterien durch Nano-Materialien zu bekämpfen. Mit sogenannten Zeolith-Nanokristallen sollen die Krankheitserreger zunächst sichtbar gemacht werden, um sie anschließend gezielt abtöten zu können. Die Chemikerin Prof. Dr. Luisa de Cola erklärt: "Das Besondere an den Zeolith-Nanokristallen ist, dass viele Kanäle das Material durchlaufen. Diese Kanäle kann man dann dazu benutzen, um Farbstoffe einzulegen." Diese Zeolithe sind wesentlich kleiner als Bakterien und können sich an der Oberfläche der Erreger anlagern. Die Forscher beladen die Röhren zuvor mit Füllstoffen, beispielsweise mit grüner Leuchtfarbe. Die Farbstoffe machen die Bakterien dann für die Forscher sichtbar.

Da die Krankheitserreger aber nicht nur sichtbar gemacht, sondern auch abgetötet werden sollen, befüllen die Wissenschaftler die Zeolith-Nanokristalle darüber hinaus noch mit einem anderen Farbstoff, der rotes Licht absorbiert. Das führt dazu, dass bei einer Bestrahlung mit Rotlicht ein aggressiver Sauerstoff im Umfeld der Bakterien entsteht. Dieser Sauerstoff tötet die Bakterien ab, auch solche, die resistent gegen Antibiotika sind.

Die Zeolith-Nanokristalle können übrigens auch in anderen medizinischen Bereichen eingesetzt werden, zum Beispiel zur Bekämpfung von Hautkrebs. Bis es aber soweit ist, werden noch einige Jahre vergehen, denn momentan wird noch emsig an den Möglichkeiten der Bakterienbekämpfung geforscht: "Natürlich braucht es bis zur medizinischen Anwendung noch eine Zeit der Forschung. Wir haben bisher nur bewiesen, dass es im Labor funktioniert. Weitere Forschungen müssen zeigen, dass diese Methode auch bei Lebewesen machbar ist", sagt der Chemiker Dr. Christian Strassert.(Quelle:mdr.de)
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